Methode

Method Acting

Die Arbeit der Schauspielschule Actors Workshop Vienna basiert auf der erfolgreichsten Methode Hollywoods. Jede Seminareinheit beginnt mit Entspannungs- und Aufmerksamkeitsübungen. Im 2. Teil jedes Trainings wechseln die Schwerpunkte. Abbau von Blockaden, instrumentelle Übungen,  konkrete emotionale Techniken, Einzelarbeiten vor der Klasse oder szenische Aufgaben werden hier thematisiert. Edgar Fell konnte in Seminaren von Eric Morris die Methode kennenlernen. George Tabori bezeichnet Eric Morris als den wichtigsten Schauspielpädagogen Amerikas und bekennt, viel von ihm gelernt zu haben. Darsteller wie Jack Nicholson, Johnny Depp,  Melanie Griffith, Teri Garr und Harry Dean Stanton nutzen die revolutionäre Methode von Eric Morris in ihrer Arbeit.

Intensiver Auseinandersetzung mit der wegweisenden Methode von Eric Morris führte zur Gründung der Schauspielschule Actors Workshop Vienna unter der Leitung von Edgar Fell.
"I would not hesitate to recommend him as an actor or as a teacher of the work. He is wonderful in both areas. He has my full endorsement to teach my work anywhere."
Eric Morris über Edgar Fell, Los Angeles

Kurze historische Skizze der Entwicklung des Method Acting

Stanislavsky begann diese Arbeit damit die berühmtesten Schauspieler seiner Zeit zu beobachten. Er wollte als junger Schauspieler weiterkommen, möglichst an die Ergebnisse der größten Darsteller heranreichen. Er machte viele wichtige Entdeckungen von denen ich zwei hervorheben möchte.

Entspannung war all diesen Schauspielgrößen ein wichtiges Thema. Nicht nur auf der Bühne konnte man das wahrnehmen, Stanislavsky fand in Gesprächen heraus, dass sie vor den Vorstellungen etwas aktiv zu diesem Zustand beitrugen. Ohne Entspannung ist es unmöglich Gefühle zuzulassen, eine der wichtigsten Entdeckungen Stanislavskys! Die zweite Einsicht, die ich hervorheben möchte: eigene persönliche Erlebnisse helfen dem Darsteller in die Gefühlswelt seiner Charaktere einzutauchen, den Charakter zu erleben. Entspannung als Basis, um eigene Erlebnisse als Auslöser für Gefühle in der Charakterdarstellung nützlich zu machen, das ist die Grundlage der Methode. Hinzu kommt die Beschäftigung des Schauspielers mit sich, als seinem Instrument.  Entspannung ist nur der Anfang instrumenteller Arbeit, das konsequente Training sinnlicher Wahrnehmung, die Beschäftigung mit emotionalen Blockaden wird wesentlich für das Gelingen der schauspielerischen Ziele.

Strasberg hat diese Arbeit durch Schüler Stanislavskys kennengelernt und dann weiterentwickelt zur Methode, zu Method Acting. Techniken wurden unter Strasberg genauer definiert, neue Entspannungsübungen und emotionale Techniken entwickelt, das Training der sinnlichen Arbeit konsequenter strukturiert. Die Ergebnisse dauern heute noch in den Filmen seiner ehemaligen Studenten an und sind atemberaubend. Marylin Monroe, Bobby De Niro, James Dean, Al Pacino, Rod Steiger, Dustin Hofmann, Paul Newman sei nur als kleine Auswahl genannt. Eric Morris wiederum hat erfolgreich den Weg fortgesetzt, instrumentelle Übungen entwickelt, emotionale Techniken und Analyseansätze verfeinert. Johnny Depp, Jack Nickolson oder Melanie Griffith zeugen von dem Erfolg dieses Weges.
grundlegende Arbeitsweise des Method Actors

Entspannung als Teil der professionellen Arbeit geht jeder Probe oder jeder Beschäftigung mit Instrument oder Szene voraus.

Aus der Entspannung heraus wird Mithilfe von Aufmerksamkeitsübungen die Wahrnehmung gesteigert. Emotionale Blockaden werden aufgespürt und zu bewältigen versucht. Ausgehend von diesen Vorbereitungen kann eine Szene erarbeitet werden. Drei Fragen helfen hier dem Schauspieler: Wie fühlt der Charakter in der Szene? Wann und in welcher Situation habe ich ähnliche Gefühle in meinem Leben erlebt? Wie kann ich diese Situation hier und jetzt real machen? Ich muss also zuerst verstehn, wie der Charakter fühlt. Dann kann ich eine Situation aus meinem Leben finden, in der ich ähnliche Emotionen erlebt habe. Und dann versuche ich diesen sinnlich wahrnehmbaren emotionalen Auslöser aus meinem Leben real zu machen.

Die ersten beiden Schritte sind leicht verständlich. Der Charakter ist zum Beispiel wütend und verletzt. Aus meinem Leben erinnere ich mich an einen Moment indem einer meiner besten Freunde mir in den Rücken gefallen war. Ich nehme diese Situation als Beispiel für einen emotionalen Auslöser. Wie mache ich das jetzt real? Eine einfache Technik ist zu dem Szenenpartner zu sprechen als wäre er der Mensch aus meinem Leben, eben in dieser Situation, also der Freund der mich verletzt hat. Und innerlich rede ich zu diesem Mensch aus meinem Leben, während ich zu meinem Partner den Text rede. Gefühle schießen in mir hoch, ich erlebe die Situation mit meinem Freund, das Publikum sieht mich mit den Gefühlen des Charakters, sieht meine Wut in der Rötung meines Gesichts und hört den erlebten Schmerz in meiner Stimme und hört doch den Text des Stückes - erlebt das Stück.

Wir kennen in meinen Seminaren zahlreiche Techniken und unzählige Schauspielübungen. Dennoch gibt der kurze Abschnitt gewissermassen einen Blick aus der Vogelperspektive über wichtige Bereiche unserer Arbeit. Und die Frage die jetzt meist ein Zuhörer in den Raum wirft: was ist wenn das Gefühl nicht erlebt habe, was ist wenn ich jemanden ermorden soll? Jeder Mensch hat, spätestens wenn er die Pubertät durchlebt hat, jedes Grundgefühl erlebt. Mithilfe der Techniken kann man das Erlebte zudem zeitlich ausdehnen oder steigern. Strasberg sagte einer Schauspielerin des Actors Studio einmal auf diese Frage: ein wenig Kaffee ist Kaffee, ein wenig Schmerz ist Schmerz. Und auf die Frage, ob wir denn Mörder werden müßten, um den Mörder zu spielen meinte Attila Hörbiger salopp: Hat sie noch nie eine Stechmücke so gestört, dass sie sie erschlagen hätten? (frei zitiert nach dem berühmten östereichischen Schauspieler Herwig Seeböck, dem ich unendlich dankbar bin, mir Method Acting nahe gebracht zu haben)